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Fassade winterfest machen: Was Hausbesitzer jetzt prüfen sollten

Im September sieht die Hausfassade meist noch gut aus. Kaum jemand schaut dann genauer hin und der schmale Riss über der Terrasse wirkt ohnehin harmlos, halb verdeckt vom Strauch davor. Im Frühling ist daraus jedoch im schlimmsten Fall eine abgeplatzte Fläche von mehreren Quadratmetern geworden und am Haus steht plötzlich ein Gerüst. Passiert ist dazwischen eigentlich nichts Dramatisches: nur Regen, Kälte und viele Nächte unter null Grad.

Genau deshalb lohnt sich jetzt ein Blick auf die eigene Fassade, solange die Temperaturen noch mitspielen. Im Herbst lässt sich in Ruhe beurteilen, wie gut die Oberfläche wirklich dasteht und wo sie Wasser hereinlässt. Kleine Schäden sind zu diesem Zeitpunkt noch mit wenig Aufwand zu schliessen. Wer seine Fassade winterfest machen will, sollte deshalb nicht auf den ersten Frost warten.

Sie wissen nicht genau, worauf Sie achten müssen? Die MVM AG beurteilt den Zustand Ihrer Fassade gerne vor Ort.

Das Wichtigste zu Ihrem Fassaden-Check:

Entscheidend sind drei Befunde: Risse ab etwa 0,3 Millimetern, Hohlstellen hinter intakter Oberfläche und offene Anschlüsse an Fenstern, Dach und Sockel. Genau dort dringt Wasser ein, gefriert und sprengt den Putz. Solche Stellen gehören vor dem ersten Frost geschlossen. Möglich ist das, solange Luft und Untergrund mindestens fünf Grad haben, und zwar auch während der Trocknung. Damit bleiben nur wenige Wochen und genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt, den Fachbetrieb beizuziehen.

Was macht der Winter mit einer beschädigten Fassade?

Solange die Oberfläche geschlossen bleibt, hält eine Fassade Schlagregen und Temperaturwechsel vom Mauerwerk fern. Ist sie an einer Stelle offen, gelangt Wasser hinein und findet keinen schnellen Weg zurück. Im Sommer trocknet es wieder aus, ab Oktober fehlt diese Trocknungsleistung. Dann wiederholt sich den ganzen Winter über derselbe Ablauf:

  • Wasser dringt durch Risse und offene Anschlüsse ein.
  • Beim Gefrieren dehnt es sich um rund neun Prozent aus und löst den Putz.
  • Nach dem Auftauen bleibt ein grösserer Hohlraum zurück.

Jede Runde vergrössert den Schaden: Aus einem Haarriss wird ein durchgehender Riss, aus einer Hohlstelle eine abgeplatzte Fläche. Bleibt die Feuchtigkeit im Mauerwerk, folgt oft ein Befall mit Algen, Schimmel und anderen Pilzen. Dann hilft nur noch eine Fassadenrenovation, meist mit nachgerüsteter Dämmung. Welche Anzeichen dafür sprechen, lesen Sie in unserem Beitrag 5 Anzeichen, dass Ihre Fassade renoviert werden sollte.

Wer seine Fassade winterfest machen will, sollte sich dabei nicht auf den Wetterbericht verlassen. Der nennt die Lufttemperatur, entscheidend ist aber die Temperatur der Wand. Bei klarem Himmel gibt eine Fassade nachts Wärme ab und liegt am Morgen unter dem angezeigten Wert. Fünf Grad am Nachmittag bedeuten also nicht fünf Grad an der Wand um vier Uhr morgens. Darauf weist auch der Schweizerische Maler- und Gipserunternehmer-Verband in seinem Merkblatt hin.

Welche Schäden sollten Sie im Herbst erkennen?

Die meisten Winterschäden kündigen sich an, sehen im Herbst aber harmlos aus. Die Übersicht ordnet die typischen Befunde nach Dringlichkeit:

Schadensbild Wahrscheinliche Ursache Dringlichkeit
Haarrisse unter 0,2 mm Schwinden der Putzschicht gering, beobachten
Durchgehende Risse ab 0,3 mm Bewegung im Untergrund hoch
Grüner oder schwarzer Belag dauerhafte Feuchtigkeit, wenig Sonne mittel, Ursache klären
Dumpfer Klang beim Abklopfen Haftungsverlust der Putzschicht hoch
Feuchter Sockel, weisse Ausblühungen Spritzwasser, aufsteigende Feuchtigkeit mittel bis hoch

Woran erkennen Sie Risse und Hohlstellen?

Bei Rissen entscheidet die Breite, nicht die Länge. Feine Netzrisse entstehen durch das Schwinden des Putzes und bleiben oft jahrelang unauffällig. Ab etwa 0,3 Millimetern transportiert ein Riss bei Schlagregen jedoch Wasser in den Aufbau. Kritisch sind vor allem Risse, die einer klaren Linie folgen, etwa entlang von Bauteilfugen oder über Fensterecken.

Schwerer zu finden sind Hohlstellen, weil die Oberfläche dort völlig intakt aussieht. Klopfen Sie die erreichbaren Flächen mit dem Knöchel oder einem Holzstiel ab, vor allem um Fenster, an Gebäudeecken und unter Simsen. Klingt es hell, liegt der Putz satt auf. Klingt es dumpf, hat sich die Schicht gelöst. Solche Stellen frieren durch und fallen im schlimmsten Fall flächig ab.

Wie geht der Fachbetrieb vor, um Ihre Fassade winterfest zu machen?

Ein Fassadencheck ist mehr als ein Blick von der Strasse. Er folgt einer festen Reihenfolge, weil sich einzelne Befunde erst im Zusammenhang erklären. Diese sechs Schritte gehören dazu:

  1. Alle Seiten einzeln beurteilen. Wetterseite, Sockel und verschattete Flächen tragen unterschiedliche Schäden, deshalb wird jede Fassadenseite getrennt aufgenommen.
  2. Untergrund prüfen. Abklopfen zeigt Hohlstellen, die Benetzungsprobe zeigt das Saugverhalten und eine Haftungsprüfung zeigt, ob der Altanstrich noch trägt.
  3. Feuchtigkeit messen. Erst der Messwert unterscheidet eine feuchte Oberfläche von einem durchnässten Bauteil.
  4. Risse einordnen. Entscheidend ist, ob ein Riss nur in der Beschichtung liegt oder bis in den Untergrund reicht.
  5. Anschlüsse und Entwässerung kontrollieren. Fensterbänke, Spenglerarbeiten und Fallrohre sind die häufigsten Eintrittsstellen für Wasser.
  6. Befunde dokumentieren und bewerten. Am Ende steht eine Liste mit Fotos, die trennt, was vor dem Winter erledigt sein muss und was bis zum Frühling Zeit hat.

Genau nach diesem Ablauf beurteilt die MVM AG Ihre Fassaden. Vereinbaren Sie jetzt einen Fassadencheck, solange Reparaturen noch möglich sind.

Welche Arbeiten sind im Herbst noch möglich?

Kleine Reparaturen sind jetzt noch problemlos machbar: Risse schliessen, Anschlüsse abdichten und lose Stellen abtragen gehören dazu. Ein neuer Farbton hat dagegen Zeit bis zur nächsten Bausaison. Je nach Lage und Witterung reicht das Zeitfenster oft bis weit in den Herbst hinein.

Wann dieses Zeitfenster schliesst, entscheidet die Wandtemperatur und nicht der Kalender. Putz, Reparaturmörtel und die Beschichtung der ausgebesserten Stelle brauchen mindestens fünf Grad an Luft und Untergrund, und zwar während der Verarbeitung und der gesamten Trocknung. Dazu kommt die Luftfeuchtigkeit: Die Wand sollte mindestens drei Grad wärmer sein als der Taupunkt, also die Temperatur, bei der sich Feuchtigkeit als Wasser niederschlägt. Sonst kondensiert sie direkt auf der frischen Beschichtung.

Christoph Räber
«Der Herbst ist für Ausbesserungen die beste Zeit im Jahr. Der Untergrund ist nach dem Sommer trocken, die Temperaturen reichen noch und die Stelle hält den Winter durch. Wer bis zum Frühling wartet, repariert dieselbe Stelle auf mehreren Quadratmetern.»
Christoph Räber
Projektleiter Fassadenbau

Fazit: Jetzt prüfen ist günstiger als im Frühling reparieren

Der Winter deckt keine neuen Schäden auf. Er vergrössert die, die im Herbst schon da waren. Ein Riss ab 0,3 Millimetern, eine Hohlstelle hinter intakter Oberfläche, ein Sockel mit dunklen Rändern: Genau dort dringt Wasser ein und baut beim Gefrieren Druck auf. Wer diese Stellen im Jetzt findet, schliesst sie mit überschaubarem Aufwand. Wer sie im März findet, braucht ein Gerüst.

Die Fassade winterfest machen heisst deshalb vor allem hinsehen, dokumentieren und bewerten, solange eine Reparatur überhaupt möglich ist. Für die Gestaltung bleibt Zeit bis zum Frühling. Für alles, was Wasser fernhält, nicht.

Kontaktieren Sie uns jetzt und gehen Sie mit einer klaren Bestandsaufnahme in den Winter.

Häufige Fragen zum Thema Fassade winterfest machen

Bis wie viel Grad kann man die Fassade streichen?

Ab etwa fünf Grad an Luft und Untergrund, bei einzelnen Silikatprodukten ab acht Grad. Der Wert muss auch während der Trocknung halten, also ebenso in der Nacht.

Wann sind Risse in der Fassade gefährlich?

Ab etwa 0,3 Millimetern Breite, weil ein Riss dann bei Schlagregen Wasser in den Aufbau transportiert. Kritisch sind auch Risse, die einer klaren Linie folgen, etwa über Fensterecken.

Was tun, wenn sich der Aussenputz löst?

Die lose Schicht abtragen und die Fläche neu aufbauen, sobald der Untergrund trocken ist. Bis dahin gilt die Stelle als offen, dort dringt bei jedem Regen Wasser ein.

Woran erkenne ich, dass meine Fassade renoviert werden muss?

An kreidenden oder verblassten Oberflächen, wiederkehrendem Bewuchs, Rissen über mehrere Flächen und feuchten Stellen im Sockel. Einzelne Schäden lassen sich ausbessern, aber sobald mehrere Anzeichen zusammenkommen, lohnt die Gesamtsanierung.

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