Beton wirkt stabil und dauerhaft. Technisch gesehen ist er jedoch ein offenporiger Baustoff. Durch feinste Poren und Kapillaren kann Wasser in das Material eindringen. Genau hier ist das Thema Beton hydrophobieren wichtig.
Beton hydrophobieren bedeutet, die Betonoberfläche durch eine Hydrophobierung wasserabweisend einzustellen, ohne sie zu verschliessen. Ziel ist es, das Eindringen von Wasser deutlich zu reduzieren, während der Beton weiterhin diffusionsoffen bleibt. Für Laien klingt das zunächst technisch. In der Praxis gehört die Hydrophobierung jedoch zu den wirkungsvollsten Schutzmassnahmen für Beton im Innen- und Aussenbereich.
In diesem Beitrag wird Schritt für Schritt erklärt, was hinter der Hydrophobierung steckt, warum sie sinnvoll ist und wann sie eingesetzt werden sollte. Ganz am Ende schauen wir auch darauf, warum eine gründliche Reinigung des Betonbodens eine entscheidende Rolle spielt.
Warum ist Beton überhaupt anfällig für Wasser?
Beton ist kein geschlossener Werkstoff. Er besitzt ein fein verzweigtes Poren- und Kapillarsystem. Über diese Kapillaren kann Wasser in den Beton eindringen und sich dort verteilen. Regen, Spritzwasser, Tau oder dauerhaft feuchte Umgebungen führen dazu, dass sich der Beton langsam mit Wasser vollsaugt.
Diese Durchfeuchtung bleibt oft lange unbemerkt. Mit der Zeit entstehen jedoch typische Schäden: dunkle Wasserflecken, Ausblühungen, Risse oder Abplatzungen. In kalten Regionen wird es besonders kritisch. Gefriert das im Beton enthaltene Wasser, dehnt es sich aus und kann den Beton schädigen. Auch Algen, Moose und Verschmutzungen haften deutlich besser, wenn der Beton dauerhaft feucht bleibt. Denn die Schwefelsäure im Regenwasser greift die Alkalität des Betons an. Genau an diesem Punkt setzt die Hydrophobierung an.
Was passiert beim Beton hydrophobieren?
Beim Beton hydrophobieren wird eine spezielle Hydrophobierung gleichmässig auf die Betonoberfläche aufgetragen. Diese dringt tief in die Poren und Kapillaren des Betons ein und macht deren Wände wasserabweisend. Technisch gesprochen wird die kapillare Wasseraufnahme des Betons deutlich reduziert.
Wichtig ist dabei: Eine Hydrophobierung bildet keine Schicht auf der Oberfläche. Die Poren werden nicht verschlossen, sondern verengt. Der Beton bleibt diffusionsoffen. Feuchtigkeit, die sich bereits im Material befindet, kann weiterhin als Wasserdampf nach aussen entweichen. Gleichzeitig wird neues Wasser daran gehindert, in den Beton einzudringen. Vergleichbar mit dem Gore-Tex-System bei Regenjacken.
Das Ergebnis ist leicht nachzuvollziehen. Wasser perlt von der Oberfläche ab, anstatt in den Beton einzuziehen. Der Beton bleibt trockener, ohne dass sich sein Aussehen verändert. Farbe, Struktur und Charakter der Oberfläche bleiben erhalten. Genau diese Kombination aus wirksamem Schutz und unveränderter Optik macht das Beton hydrophobieren so beliebt.
Welche Vorteile hat es, Beton zu hydrophobieren?
Ein hydrophobierter Betonboden oder eine Betonfassade profitiert in mehrfacher Hinsicht von dem unsichtbaren Schutz. Die Vorteile davon zeigen sich nicht sofort, aber deutlich über die Zeit und im täglichen Gebrauch. Die Vorteile davon sind:
- Der Beton nimmt deutlich weniger Wasser auf und bleibt dauerhaft trockener
- Frostschäden entstehen seltener, da weniger Wasser im Beton gefrieren kann
- Verschmutzungen haften schlechter und lassen sich leichter entfernen
- Algen und Moose finden schlechtere Wachstumsbedingungen
- Salze und Schadstoffe dringen weniger tief in das Material ein
So wird aus einer einzelnen Massnahme ein wirksamer und nachhaltiger Schutz für Betonflächen.
Wo wird Beton hydrophobieren sinnvoll eingesetzt?
Hydrophobierungen werden überall dort eingesetzt, wo Beton regelmässig Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Besonders häufig sind das Fassaden aus Sichtbeton, Balkone, Terrassen, Betonböden in Garagen oder Kellern sowie Aussenflächen im Gewerbe und in der Industrie.
Auch im Innenbereich kann Beton hydrophobiert werden. Vor allem bei Betonböden, die regelmässig gereinigt werden oder mit Feuchtigkeit in Kontakt kommen.
Wichtig ist dabei die richtige Einordnung: Eine Hydrophobierung ist keine Abdichtung. Sie schützt vor eindringender Feuchtigkeit, ersetzt jedoch keine baulichen Massnahmen gegen stehendes oder drückendes Wasser.
Warum ist die richtige Reinigung vor dem Beton hydrophobieren so wichtig?
Die Wirkung einer Hydrophobierung hängt direkt vom Zustand des Untergrunds ab. Schmutz, Fett, Zementschlämme oder alte Pflegemittel können die Poren des Betons blockieren. Die Hydrophobierung kann dann nicht tief genug eindringen und ihre Wirkung nicht voll entfalten.
Deshalb ist eine professionelle und gründliche Reinigung der entscheidende erste Schritt. Je sauberer der Beton, desto tiefer kann das hydrophobierende Mittel wirken. Und desto länger hält der Schutz.
Viele Probleme entstehen genau an dieser Stelle. Wird der Beton unzureichend oder mit ungeeigneten Mitteln gereinigt, fällt die Hydrophobierung ungleichmässig oder deutlich schwächer aus.
Wie kann man einen Betonboden richtig reinigen?
Beim Betonboden reinigen hängt die richtige Vorgehensweise stark vom Verschmutzungsgrad und vom Einsatzbereich ab. Leichte Verschmutzungen lassen sich oft mit passenden Reinigern und mechanischer Unterstützung entfernen. Bei stärkeren Verschmutzungen oder Ablagerungen sind intensivere, gezielte Reinigungsverfahren notwendig wie zum Beispiel mit der Strahltechnik.
Entscheidend ist, dass der Beton porentief sauber wird. Nur dann lässt sich Beton hydrophobieren, sodass die Hydrophobierung ihre volle Wirkung entfalten kann.
Fazit: Beton hydrophobieren ist unsichtbarer Schutz mit grosser Wirkung
Beton hydrophobieren bedeutet, Beton gezielt vor dem Eindringen von Wasser zu schützen, ohne die Oberfläche zu verschliessen. Die Hydrophobierung wirkt im Inneren des Materials, reduziert die Wasseraufnahme und lässt den Beton gleichzeitig diffusionsoffen. Dadurch wird der Werkstoff widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeitsschäden, Frost, Ausblühungen und Verschmutzungen, bei unverändertem Erscheinungsbild.
Der langfristige Nutzen zeigt sich im Alltag. Hydrophobierter Beton bleibt trockener, altert langsamer und ist deutlich pflegeleichter. Schmutz, Algen und Moose haften schlechter, Schäden durch eindringendes Wasser werden reduziert und die Lebensdauer der Betonfläche verlängert sich spürbar.
Entscheidend für den Erfolg ist die Vorbereitung. Eine gründliche Reinigung des Betonbodens ist keine Option, sondern die Grundlage für jede wirksame Hydrophobierung. Nur ein porentief sauberer Beton nimmt das Mittel richtig auf und kann dauerhaft geschützt werden.
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