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Innenputz ausbessern: Wann funktioniert Putz auf Putz?

Ein Riss über der Türzarge, eine ausgebrochene Stelle hinter dem Sofa, dazu eine Wand, die nach zwanzig Jahren stumpf wirkt. Auch verputzte Wände verlieren mit der Zeit an Glanz und Ausstrahlung. Viele Eigentümer gehen dann davon aus, dass der alte Putz zuerst komplett abgenommen werden muss. Das ist eine mühevolle Arbeit, sie kostet viel Zeit und bereitet nicht unbedingt Freude. Unter bestimmten Umständen kann die alte Schicht jedoch an der Wand bleiben. Die Frage ist nur: Wann gilt das und woran erkennt man den Unterschied?

Das Wichtigste in Kürze:

Innenputz ausbessern und neuen Putz direkt auf den alten auftragen funktioniert, wenn der Untergrund fest, tragfähig, trocken und sauber ist. Bei Feuchtigkeit, hohl klingenden Stellen oder Schimmel muss der alte Putz weg. Der Zustand des Untergrunds entscheidet, nicht das Alter der Wand.

Sie sind unsicher, was an Ihrer Wand vorliegt? Dann fragen Sie gerne eine kostenlose Beratung bei der MVM AG an.

Wieso überhaupt Putz an der Innenwand?

Putz hat nicht nur eine ästhetische Bedeutung. Er reguliert das Raumklima und dämmt Fassaden gegen Wärmeverluste. Damit senkt er auch die Heizkosten. Welche Putzart Sie innen wählen, hängt vom Untergrund und von Ihren Ansprüchen an das Raumklima ab.

Gegenüber einer Papier- oder Vliestapete ist Putz meist die bessere Wahl. Er hält Ihre Wände diffusionsoffen und lässt sich mehrfach überstreichen. Und anders als eine Strukturtapete wird eine verputzte Wand nicht unmodern.

Welche Putzarten kommen innen infrage?

Innenwände sind keinen Witterungseinflüssen ausgesetzt. Deshalb stehen mehr Materialien und Zuschlagstoffe zur Verfügung als aussen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die gängigsten Putzarten für Innenräume, ihre jeweilige Stärke und die Räume, in denen sie sich bewährt haben.

Putzart Stärke Typischer Einsatz innen
Lehmputz Wärme- und Schalldämmung, bindet Feinstäube Trockene Wohn- und Schlafräume
Gipsputz Reguliert Feuchtigkeit, nicht wasserabweisend Wohnräume, Untergrund für Dekorputz und Tapete
Lehm-Gips-Putz Stabiler als Lehm, klimaregulierender als Gips Wohnräume mit Anspruch an das Raumklima
Kalkputz Schimmelhemmend und desinfizierend Sichtbare Oberflächen bei wechselnder Feuchte
Kalk-Zement-Putz Wasserabweisend und sehr hart Nassräume wie Badezimmer und Küche
Streichputz Dünnschichtig, einfach im Auftrag Auffrischung feiner, tragfähiger Untergründe

Unter welchen Umständen können Sie den Innenputz ausbessern?

Zeigen sich Löcher oder Risse, sollten Sie den Innenputz ausbessern. Ob über dem vorhandenen Putz neu verputzt werden kann, hängt vom Zustand des Putzuntergrunds ab. Ist der Grund fest, tragfähig, trocken und sauber, muss nichts entfernt werden.

Fachleute prüfen diese fünf Eigenschaften der Reihe nach:

  1. Klopfprobe: Klingt eine Fläche hohl, hat sich der Putz gelöst. Diese Stellen kommen weg.
  2. Kratzprobe: Sandet der Putz beim Anritzen stark ab, ist er nicht mehr tragfähig.
  3. Wischprobe: Bleibt Staub oder Kreide an der Hand, braucht der Untergrund eine Grundierung.
  4. Wasserprobe: Zieht Wasser sofort ein, saugt der Untergrund stark. Perlt es ab, ist er zu dicht.
  5. Feuchtemessung: Restfeuchte ist der häufigste Grund für später abplatzenden Putz. Hier hilft nur ein Messgerät.

Unsere Fachleute übernehmen die Prüfung vor Ort. Jetzt Untergrund prüfen lassen!

Wo hat Putz auf Putz seine Grenzen?

Nicht jede Wand lässt sich überputzen. In diesen Fällen muss der alte Putz weg:

  • Der Putz klingt hohl oder löst sich flächig ab.
  • Die Wand zeigt Feuchteflecken oder Salzausblühungen.
  • Es hat sich Schimmel gebildet.
  • Risse verlaufen durch Putz und Mauerwerk und verändern sich weiter.

Der letzte Punkt wird oft unterschätzt. Ein Riss, der sich bewegt, kommt durch jede neue Schicht wieder durch. Wie Sie Setzrisse von harmlosen Schwindrissen unterscheiden, erklären wir im Beitrag zu Rissen in der Wand.

Wie gehen Sie bei Rauputz vor?

Haben Sie sich früher für einen Rauputz entschieden, müssen Sie zuerst den Putzhobel ansetzen und eine glatte Oberfläche schaffen. Anschliessend wird der alte Rauputz mit Haftputzgips geglättet und mit einer Haftgrundierung bearbeitet. Danach können Sie den Innenputz ausbessern, indem Sie Streichputz, Kellenputz oder neuen Rauputz auftragen.

Je feiner der Putz an der Wand ist, desto geringer ist der Aufwand. Bei Grob- und Rauputzen sollte die Glättung akribisch erfolgen. Nur so erzielen Sie eine hochwertige Optik. Welche Struktur dabei entsteht, sehen Sie am besten vorab: In unserer Musterzentrale finden Sie Putzmuster wie Weissputz und Lehmputz kostenlos zur Bestellung bereit.

Warum lohnt sich der Fachbetrieb beim Innenputz ausbessern?

Weil die Beurteilung des Untergrunds keine Geschmacksfrage ist. Für Putzoberflächen im Innenbereich gelten definierte Qualitätsstufen. Welche Stufe Ihre Wand erreichen soll, entscheidet über Aufbau und Aufwand. Dazu kommen Grenzwerte für die Restfeuchte im Untergrund. Solche Werte schätzt niemand ab, sie werden gemessen.

Dazu kommt die Materialfrage: Grundierung, Haftbrücke und Putz müssen zueinander und zum vorhandenen Untergrund passen. Ein falsch gewähltes Produkt zeigt seine Wirkung erst nach Monaten, wenn die neue Schicht reisst oder sich löst. Am Ende entscheidet die Erfahrung: Wer täglich auf unterschiedlichen Untergründen arbeitet, erkennt schon beim ersten Rundgang, welcher Aufbau auf dieser Wand hält.

Gjon Gojani
«Weil wir Maler- und Gipserarbeiten aus einer Hand ausführen, müssen wir beim Innenputz keine Kompromisse machen. Wir beurteilen den Untergrund, wählen den passenden Aufbau und verantworten auch die Beschichtung darüber.»
Gjon Gojani
Projektleiter Gipserei

Fazit: Der Untergrund entscheidet, nicht das Alter der Wand

Innenputz ausbessern ist in vielen Fällen möglich, der alte Putz muss nicht zwingend weg. Entscheidend sind vier Eigenschaften: fest, tragfähig, trocken, sauber. Die fünf Prüfschritte geben darüber in kurzer Zeit Auskunft. Stimmt das Ergebnis, folgen Grundierung oder Haftbrücke und danach der neue Putz. Bei Feuchtigkeit, Schimmel oder sich bewegenden Rissen löst nur die Sanierung das Problem. Der teuerste Fehler ist nicht die aufwendige Lösung, sondern die schnelle auf einem Untergrund, der sie nicht trägt.

Sie möchten Ihren Innenputz ausbessern? Vereinbaren Sie jetzt ein unverbindliches Beratungsgespräch und erfahren Sie, was die MVM AG für Sie tun kann.

Häufige Fragen zum Innenputz ausbessern

Kann man Putz einfach auf alten Putz auftragen?

Ja, sofern der alte Putz fest, tragfähig, trocken und sauber ist. Das prüfen Sie vorher mit Klopf-, Kratz- und Wischprobe sowie einer Feuchtemessung.

Woran erkenne ich, ob der alte Innenputz noch tragfähig ist?

Am Klang und am Abrieb: Hohl klingende Flächen haben sich gelöst, stark sandende Flächen tragen keine neue Schicht mehr.

Muss Rauputz vor dem Überputzen abgeschliffen werden?

Rauputz wird mit dem Putzhobel abgetragen und danach mit Haftputzgips geglättet. Je gröber die Struktur, desto sorgfältiger dieser Schritt.

Was kostet es, Innenputz ausbessern zu lassen?

Der Preis hängt von Fläche, Zustand und gewünschter Struktur ab. Eine belastbare Zahl ergibt sich nach der Besichtigung.

Kann ich über Schimmel einfach neu verputzen?

Nein. Schimmel ist ein Feuchteproblem, neuer Putz verdeckt ihn nur vorübergehend. Zuerst muss die Ursache beseitigt werden.

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